Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne

Die Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne gehört sicher zu den großen Skitouren in den Hohen Tauern. Denn erstens führt sie auf die 3.360m hohe „Tauernköniging“. Zweitens hat sie gut 2.200 Hm und ist somit „richtig“ lang. Drittens wartet am Ende der Skitour mit der Gössrinne ein echtes Highlight. Eine ca. 40° -45° steile und 250 Höhenmeter lange Rinne. Sie ist ohne Zweifel die „Schlüsselstelle“ dieser Skitour. Das gilt einerseits für den Aufstieg. Und andererseits aber auch für die Abfahrt. Diese gehört aufgrund der Rinne am Beginn und der folgenden „endlosen“ Hänge sicher zu den ganz besonderen „Schmankerln“ in den Hohen Tauern.

Den Reiz der Skitour aber auf eine Aufzählung á la 1.,2. usw. zu reduzieren, wird der Gesamtunternehmung aber bei weitem nicht gerecht. Denn es ist wieder einmal der ganze Tag, die vielen kleinen Dinge, welche diese große Tour so einzigartig macht. Stimmig für die Tauernköniging, wird sie am Gipfel gekrönt mit dem legendären Panorama Blick über den halben Ostalpenraum!

Bei günstigen Bedingungen ist diese Tour bereits im Hochwinter möglich. Meist wird sie aber im Frühling als klassische Firntour mit Übernachtung im Winterraum unternommen.

Das Bild zeigt zwei Skitourengeher bei der Skitour Hochamspitze über die Gössrinne. Sie queren einen Hang, links eine Zirbe, im Hintergrund sonnenbeschienene Bergspitzen und blauer Himmel.
Eine wunderschöne aber laaaange Skitour im eindrucksvollen Hochalmspitze Massiv. Foto: Anita Pussnig

Die Skitourentipps werden Euch mit freundlicher Unterstützung von Scarpa und Gigasport Spittal a. Dr. präsentiert.

Das Bild zeigt das hellblaue Logo der Firma Scarpa, ein S im Kreis, darunter den Scarpa Schriftzug und den Claim "no place too far"          

Maltatal.rocks!

Lies dir auch unseren Beitrag Skitouren Maltatal durch. Dort stellen wir alle lohnenden Touren vor, wie z.b. auch die Skitour Hochalmspitze über die Villacher Hütte!

Und im Sommer ist das Maltatal ein geniales Klettergebiet. Hier die Infos zum:

Für den Aufenthalt im Maltatal empfehlehttps://maltatal.rocks/klettergebiete-maltatal/n wir Euch natürlich die kletter- und bergsportfreundlichen maltatal.rocks BetriebeDie aktuellen Schnee- und Wetterverhältnisse könnt ihr bei den Webcams Maltatal nachschauen, die aktuelle Wettervorhersage unter Wetter Maltatal.

Video Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne

Anfahrt und Anmarsch

Der Ausgangspunkt für die Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne ist die Kohlmayr Alm im Gössgraben. Hierzu muss man im Maltatal beim Fallbach links Richtung „Zirmhof / Pflüglhof“ abzweigen. Nach etwa 500 Metern biegt erneut links die schmale Straße in den Gössgraben ab. In der Regel braucht man im Winter führ diese Strecke Schneeketten. Im Frühling kommt man jedoch meist ohne aus.

Dem Straßenverlauf ca. 7km bis zur Kohlmayr Alm folgen und neben der Straße parken. Denn bei der folgenden Furt am Gößbach ist ein Schranken. Der ist bis in den Juni hinein geschlossen!

Also, dann geht´s mal los!

Der Anmarsch zur Gießener Hütte hat dann zwei ganz unterschiedliche Abschnitte. Die ersten 500 Höhenmeter und gut 2 Stunden verlaufen auf der Strasse. Zuerst geht es die steilen Serpentinen aufwärts. In diesem Abschnitt hat man einen tollen Ausblick auf eine der schönsten Wasserfälle im Maltatal. Die Zwillingsfälle!

Danach wird es sehr flach und es geht gemütlich bis zur Brücke bei den Birkofenwänden. Hier gibt es einige der entlegendsten Wasserfälle beim Eisklettern im Maltatal. Ehe man dann in etwa 30 Minuten den Gössspeicher erreicht, heißt es nochmals ein paar steile Kehren zu absolvieren. Kurzum. Man hat dann schon ein Meter in den Beinen und eine kurze Rats kommt gerade recht!

Das Bild zeigt eine Szene des Aufstiegs der Skitiur Hochalmspitze über die Gössrinne. In einem schattigen Tal schaut ein Skitourengeher zurück in die Kamera. Im Hintergrund einBergkar mit sonnenbeschienen Gipfeln.
Beim Aufstieg kurz vor dem Gössspeicher. Im Hintergrund die Kleine Gößspitze. Foto: Anita Pussnig

Vom Gösspeicher zur Gießener Hütte

Nach dem Gössspeicher beginnt der zweite Teil des Anmarsch zu Gießener Hütte. Unter dem Strich sind das weitere  1,5 Stunden Anstieg. Aus dem engen Gößgraben wird hier plötzlich ein breiter Talkessel. Entsprechend gemütlich geht es durch den lichten Wald aufwärts. Man hält sich in der Regel an den kürzeren Sommerweg. D. h. man spurt durch die steilen „Abkürzungen“ zwischen dem Güterweg.

Etwas unterhalb der Hütte kommt man erstmals aus dem Wald heraus. Hier öffnet sich schlagartig das Panorama und man fühlt sich erstmals in einer wundersamen Berglandschaft. Mit anderen Worten, hier stellt sich das glückseelig machende Gefühl der großen Bergwelt ein!

Je nachdem wie fit ihr seid, kalkuliert bitte zwischen 3 und 4 Stunden Zeit bis zur Gießener Hütte. Die Zeit kann natürlich stark von den Bedingungen abhängen. Wer bei hohem Neuschnee spuren muss, wird folglich eher mehr Zeit benötigen…..

Wem die Tour an einem Tag zu anstrengend ist, kann den Winterraum im Zubau der Gießener Hütte nutzen. Dafür einfach wenige Meter über die Hütte aufsteigen. Schon seid ihr da!

Durch den lichten Lärchenwald hinauf zur Gießener Hütte. Foto: Anita Pussnig

Aufstieg über das Trippkar

Von der Hütte weg beginnt der langwierige Anstieg über das Trippkar. Gleichmäßig zieht man hier über gute 1.000 Höhenmeter seine Aufstiegsspur über diese beeindruckende, felsgeschwängerte Alpinlandschaft. Demzufolge führen auf viele der Gipfel bekannte Alpinkletterrouten.

Zum einen sieht man rechterhand sieht man den berühmten Winterleitengrat (III.). Eine der beliebtesten Granitgrate für Hobbykletterer in den Hohen Tauern. Und zum anderen auf der linken Seite die Große Gößspitze 6b.  Die Route verläuft durch die attraktive Ostschulter des südlichen Vorgipfels.

Je nachdem wie groß Eure Kondition ist, kann dieser Abschnitt ein richtiger Traum oder Alptraum sein. Denn hier „zieht“ sich die Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne ordentlich in die Länge. Falls man so richtig in seinen Rhytmus kommt ist dieser Abschnitt grenzgenial. Falls man schon müde wird ist der Anblick der steilen Gössrinne am Ende des Kars hingegen wenig erbaulich.

Unser „Einheimischen Tipp“ übrigens. In diesem Abschnitt und später in der Gössrinne kann es vor allem im Frühling ziemlich warm werden. Nehmt folglich genug zu trinken mit! Zudem solltet ihr euch von der Bekleidung darauf einstellen.

Das Bild zeigt den Aufstieg bei der Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne. Ein Skitourengeher steht in verschneiter Hochgebirgslandschaft und zeigt mit dem Armbergauf.
Da geht´s lang! Die weiten Hänge im Trippkar hinauf zur Gössrinne. Foto: Anita Pussnig

Die Gössrinne

Die Gössrinne hat ca. 250 Höhenmeter und ist maximal ca. 45° steil. Sie ist natürlich das Highlight der Skitour. Am Fuß der Rinne hat man bereits fast 2.000 Höhenmeter in den Beinen. Daher heißt es hier zuerst einmal ordentlich durchschnaufen! Thermoskanne raus, sich kurz stärken und einmal die Bedingungen abschätzen. Meist sind Steigeisen notwendig, man muss sie unbedingt immer mit dabei haben. Vor allem im Frühjahr kann der Schnee hier einen pickelharten Deckel haben. Im Hochwinter können die Bedingungen für die Rinne oft besser sein. D.h. weicher Schnee.

Am Einstieg der Rinne sieht man linkerhand den berühmten Hochalmspitze Südgrat. Hier verlaufen zwei ganz bekannte Alpinrouten. Der Hochalmspitze Südpfeiler 5c und der Traumfänger 6a. Während man die Rinne aufsteigt, hat man den Felsgrat immer perfekt im Blick.

Die Lawinensituation müsst ihr bei der Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne klar im Auge haben.

Im Hochwinter braucht es perfekte Verhältnisse. Also einen 1er am besten. Denn die Hochalmspitze ist oft anfällig für den starken Wind der über den Hauptkamm weht. D.h. die Rinne kann unter Umständen stark eingeweht und somit besonders gefährlich sein.

Im Frühling sind die Bedingungen oft richtig gut. Achtet aber darauf, ja nich zu spät dran zu sein! Denn einerseits ist das Gelände hier stark felsenversetzt. Kurzum. Es können sich hier jederzeit Felsbrocken lösen! Und andererseits schaut die Rinne genau nach Süden. Folglich „brennt“ die Sonne hier direkt hinein und macht den Schnee schwer und birgt somit die Gefahr einer Nasschneelawine.

Das Bild zeigt zwei Skitourengeher in der Gössrinne an der Hochalmspitze. Sie steigen über die steile Rinne auf, links im Hintergrund ein felsiger Granitgrat.
In der Gössrinne… Links der berühmte Hochalmspitze Südgrat. Foto Anita Pussnig

Am Gipfel!

Der Ausblick am Gipfel ist die größte Belohnung für die Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne. Denn die Tauernkönigin kleckert nicht mit ihrem Panorama, sie klotzt!

Vom Großglockner bis zur Koralpe. Vom Dachstein bis zu den Karawanken. Der Rundumblick hier oben kann gewaltig sein! Dementsprechend lohnt es sich ein klein wenig zu verweilen. Wenn ihr euch etwas Zeit nehmt, könnt Ihr auch viele der anderen tollen Skitouren im Maltatal erkennen.

Wie zum Beispiel im Kölnbreinkar die Skitour Weinschnabel und Skitour Kölnbreinspitze. Oder Talauswärts über dem Ort Malta die Skitour Stubeck und Skitour Reitereck bzw. Skitour Bartelmann.

Und man erkannt natürlich viele der Klettergebiete entlang der Malta Hochalmstraße bzw. den Ostgrat des Hafner oberhalb der Kattowitzer Hütte.

Das Bild zeigt drei Skitourengeher vor dem Gipfelkreuz der Hochalmspitze. Im Hintergrund die verschneiten Hohen Tauern und blauer Himmel.
Mitte Jänner am Gipfel der Hochalmspitze! Jippiiiiiiiiieeeee! Foto: Anita Pussnig

Abfahrt

Die Gössrinne ist bei den richtigen Verhältnissen ein ziemlicher Skitouren Leckerbissen. 250 Höhenmeter schmale Rinne bei steilem Gelände. Herz, was willst du mehr!

Im Frühling heißt es gut taktieren, um die gewünschten Firn Verhältnisse zu haben. Obacht wenn es noch hart sein sollte Leute!

Die Abfahrt über das Trippkar ist dann allerdings in der Regel immer allererste Sahne! Zum einen die genialen lange Hänge. Zum anderen die Weite des Kars sodass man immer eine unverspurte Linie findet. Es warten hier weit über 1.500 Meter geniale Abfahrt, bis man wieder am Gössspeicher angekommen ist.

Ja nachdem wie die Bedingungen sind, gibt es zwei Abschlussszenarien für die Skitour Hochalmspitze über die Gössrinne.

Erstens für alle die fit sind und gute Bedingungen haben. Eine gemütliche Abfahrt auf der schneebedeckten Straße bis zum Auto. Zweitens für alle die schon hundemüde sind und schlechte Verhältnisse haben. Eine holprige Schneepflugorgie bis die Oberschenkel platzen sowie ein schier niemals enden wollender Trageabschnitt.

Eines haben beide Varianten jedoch gemein. Man ist überglücklich wenn man wieder sicher im Tal ist und diese großartige Skitour in seiner Erinnerungsvitrine ablegen kann!

Einkehr Tipp

Wieder zu Kräften könnt Ihr in Gmünd in der Pizzeria Platzer, im Gasthof Kohlmayr oder auf der Alten Burg gelangen. Alle Maltatal.rocks Partner bieten eine klasse Küche und natürlich genug des wohl verdienten Hopfensaftes, ähhhhm Verzeihung, Elektrolyt Getränks!

Das Bild zeigt die Einkehr bei der Pizzeria Platzer in Gmünd. Eine Hand zeigt das "stoked" Zeichen, im Hintergrund eine Pizza, ein Kletterführer Maltatal und ei Bierglas.
Einkehr bei der Pizzeria Platzer in Gmünd. Hmmm, so soll es sein 🙂 Foto: Maltatal.rocks

Herzlichen Dank für die Bilder, diese wurden bereit gestellt von Andreas Kleinwächter, Anita Pussnig und Alexander Bernhardt!

 

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