Eisklettern Maltatal

Eisklettern Maltatal, das bedeutet vertikaler Spaß mitten im Winter in einem der (immer noch) besten Gebiete in den Ostalpen. Man kann im Maltatal also nicht nur besonders gut SportkletternAlpinklettern sowie Bouldern und Klettersteige-Gehen! Bei  entsprechend kalten Bedingungen findet man im Maltatal gleich vier Massive mit weit über 40 gefrorenen Eisfällen und Mixed Routen. Auch wenn ein kleiner Teil der Eisfälle im Bereich der Kesselwände seit dem Winter 2016/2017 gesperrt ist, so ist das Eisklettern Maltatal immer noch eine Top Adresse in Österreich!

Die aktuellen Eisverhältnisse im Maltatal erfährt man übrigens in unserem regelmäßigen Report Eisverhältnisse Maltatal!

Das Eisklettern im Maltatal kann man auch ideal mit einer der wunderbaren Skitouren im Maltatal ergänzen.

Der Bericht wird Euch präsentiert von SCARPA  und dem Eiskletterschuh „Phantom Tech“

 Das Bild zeigt den Eiskletterschuh Phantom Rebell von Scarpa.

 

Geschichte Eisklettern Maltatal

Der erste Kletterer, der die vielfältigen Möglichkeiten des Eiskletterns im Maltatal erkannte war Christian Platzer aus Gmünd. Er begeht ab 1983 einige der leichteren Eisfälle im Tal wie dem „Supermax“ oder den „Hochalmfall“ und berichtet darüber lebhaft in seinem Tagebuch. Leider kommt Christian wenig später bei einem Alpinunfall ums Leben und die Erschließung steht kurz still.

Dann beginnt mit einer Gruppe rund um Franz Karger, Viktor Steiner, Luis Krenn sowie Rudl Purat und zudem Otmar Baier das erste goldene Eiskletter Zeitalter im Maltatal. Einerseits mit vielen Erschließungen dieser Gruppe wie den heutigen Klassikern „Aluhol“ oder „Hintere Maralmfall“ um nur zwei Beispiele zu nennen. Andererseits kommen aber auch sehr viele „auswärtige“ Eiskletterer ins Maltatal und begehen eine große Anzahl von heute weithin bekannten Eistouren. Darunter Namen wie z.B. Dreifaltigkeitsfall, Superfeucht, Kathedrale, etc.

Der nächsten Welle der Erschließung beim Eisklettern Maltatal drückt dann ab den mittleren 2000er Jahren eine Gruppe junger wilder den Stempel auf. Allen voran Local Markus Pucher sowie Stefan Lieb, Gregor Pribernig, Steiner Markus, Klaus Alber und Thomas Bubendorfer. Diese Periode ist vor allem gekennzeichnet von der Erschließung vieler Mixed Routen wie z.B. Master Blaster M8, Fliegender Holländer M7, Gethsemane M8+ / WI 6+ oder Zerberus M6+. Überdies entstehen die Dry Tooling Sektoren „Falleralm“ und „Wing Master“

Das Bild zeigt den Drytooling Sektor Wingmaster, einen wichtigen Teil des Eisklettern Maltatal. Ein grauer, winterlicher Felsen mit Eiszapfen, darüber Wald und greller Himmel.
Der Sektor Wingmaster ist eines der Dry Tooling Gebiete im Maltatal.

Restaurants und Unterkünfte für Eiskletterer

Im Ort Malta selbst empfehlen wir das Gästehaus Hubertus. Hier findet Ihr nicht nur feine Zimmer mit Frühstück sowie Apartments. Das Gästehaus bietet zudem einen umfangreichen Materialverleih (Eisgeräte, Steigeisen, Eisschrauben, Helme,…) und überdies eine geniale Kellersauna!

In Gmünd findet Ihr das Hotel Pizzeria Platzer. Direkt am Nachhauseweg die ideale Gelegenheit um sich nach dem Eisklettern bei einer Pizza zu stärken bzw. eine ideale Base für einen mehrtägigen Aufenthalt. Ebenfalls Sauna inklusive! Und der Gasthof Kohlmayr am Hauptplatz, mit seiner typisch österreichischen Küche, leckerem Bier und natürlich passenden Zimmern für einen Eiskletteraufenthalt im Maltatal.

Das Bild zeigt den Materialraum von einem der Betriebe zum Eisklettern Maltatal, dem Gästehaus Hubertus. Eisgeräte, Steigeisen, Werkbank, Seile und Klettermaterial in einem Serviceraum.
Der Materialverleih und Service Raum des Gästehaus Hubertus ist perfekt zum Eisklettern Maltatal; Foto: Gästehaus Hubertus

Eisklettern Maltatal – Gößgraben

Der Gößgraben ist ein Seitenarm des Maltatals und erstaunlicher Weise relativ unbekannt unter den Eiskletterern. Dies aber völlig zu unrecht. Denn der Gößgraben bietet einige ganz coole Ganztagesrouten, mit ordentlichem Zu-/Abstieg, schweren Eislinien und eben einem alpin angehauchtem Gesamtambiente. Denn hier ist man wirklich Mutterseelen alleine in einer meist grandiosen Berglandschaft!

Beim Parkplatz Fallbach zweigt die kleine Straße links von der Landesstraße ab (Ausschilderung Zirmhof / Pflügelhof). Nach gerade einmal 300 Metern zweigt dann erneut eine kleine Straße links (Ausschilderung Gößgraben / Gießener Hütte) ab. Achtung! Das erste Straßenstück ist steil und oft sehr eisig. Auch der Weiterweg über die ca. 5 km lange Straße ist oft extrem winterlich. Schneeketten mitführen!

Beachtet bei allen Eistouren im Gößgraben die Lawinensituation genau im Auge, von den oberhalb liegenden Gräben können Lawinen abgehen!

Ab der „Furt“ nach der Mentebauer Alm ist die Straße gesperrt. Hier heißt es dann zu Fuß weitergehen. Im ersten Massiv nach ca. 20-45 Minuten entlang der Straße liegen folgende Eisfälle:

  • „Benzinbrüder“ WI 6, 210m
  • „Stop or go“ WI 6 / M5, 220m
  • „Steirerfall“ WI 5+, 140m

Ca. 1 1/2 Stunden die Straße Richtung Gößspeicher folgend liegen diese Eisfälle:

  • „Schild“ WI 4-, 120m
  • „Rechts vom Schild“ WI 5-, 90m
  • „Hidden Treasure“ WI 6-, 115m
  • „Odin“ WI 5+ / M6
  • „Walk the Line“ WI 6-, 70m

An der Furt dem Gößbach taleinwärts folgend liegen nach ca. 30 Minuten:

  • „Zwillingsfall“ WI 4 bis WI 6-, 50-150m
  • „3 Musketiere“ WI 5+, 100m
Das Bild zeigt eine der Locations beim Eisklettern Maltatal, die Eisfälle Odin und Hidden Treasure. In einer grauen Felswand ziehen zwei Eisfälle separat empor. Auf der Felskante und seitlich Bäume, oben greller Himmel.
Die beiden Eisfälle „Hidden Treasure“ (links) und „Odin“ (rechts) im Gößgraben; Foto: Stefan Lieb

Eisklettern Maltatal – Vorderes Maltatal 

Als „Vorderes Maltatal“ wird beim Eisklettern im Maltatal der Abschnitt vom Pflügelhof bis zu den Fallertümpfen bezeichnet. In diesem Abschnitt liegen ganze 20 Eiskletterrouten sowie einige Übungs-Eisfelder.

Für die Übungs-Eisfelder parkt man am besten beim Klettergarten Kreuzwand und marschiert von hier taleinwärts. Dann über die Brücke des Maltatal Radweges und nach dieser rechts auf den sogenannten „Lodronsteig“. Nach ca. 10 Minuten, etwa genau gegenüber den Häusern, befinden sich einige kurze Eisfelder zum Üben für Anfänger und Kurse mit geringer Schwierigkeit (WI 2-3).

Für alle „richgtigen“ Eisfälle im Bereich „Aug um Aug“ bis „Supermax“ parkt man am besten beim Parkplatz des Klettergebietes Schleierwasserfall bzw. Bouldergebiet Schleierwasserfall. Von dort über den Malta Fluss auf die andere Talseite. Die Eisfälle befinden sich alle gut einsehbar verteilt auf der Schattseite. Die nordseitige Lage lässt manchmal bereits im Dezember ordentliche Bedingungen zu, meist ist aber der Jänner das beste Monat.

Ca. 45min vom Schleierwasserfall Parkplatz liegen diese Eisrouten:

  • Aug um Aug WI 4+ 150m
  • Und ewig singen die Wälder WI 6 150m
  • Zerberus M6+ 120m
  • Grundeis WI6+ 160m
  • Königsallee M7- 150m
  • Hochzeitsmarsch WI5 120m
  • Gethsemane WI 6+ / M8+ 120m
  • Kobold WI 5- / M3
  • Supermax WI 4+ (es gibt linke und rechte Variante) 300m

Für die Eisrouten im Bereich von „Virus & Bazillus“ bis „Falleralmbach“ parkt man am besten auf dem Parkplatz links ca. 100m nach dem Hotel Benjamin. Von hier kann man über den Malta Fluß auf die andere Talseite gelangen bzw. dem Flußufer entlang bis zum Dry Tooling Sektor.

  • Virus & Bazillus WI 5
  • Kerschhacklfall WI 5
  • Sektor Master Blaster (5 Routen WI 5+ – 7 und M8)
  • Falleralmbach WI3+ 350m
Das Bild zeigt einen Eiskletterer in einer dünnen, leicht bräunlichen Eisspur namens "Kobold". An der oberen Felskante Bäume und greller himmel.
Stefan lieb in „Kobold“ im Vorderen Maltatal; Foto: Stefan Lieb

Vorderes Maltatal – Dry Tooling & Mixed

Für die Sektoren „Dry Tooling Falleralm“ bis „Mittlere Fallertümpfe“ parkt man am besten bei der Falleralm. Von hier überquert man den Malta Fluß bzw. geht die Schlucht aufwärts. Für die letzten beiden Sektoren muss in der Schlucht der Malta Fluß ordentlich zufrieren. Ansonsten ist kein Zustieg möglich!

  • Dry Tooling Sektor Falleralm
  • Untere Fallertümpfe: 5 Routen WI 4+ – WI 6-, 25m
  • Mixed Gebiet Mittlere Fallertümpfe: 6 Routen M7 – M9, 30m

Für den Sektor „Obere Fallertümpfe“ und das „Übungs-Eisfeld“ fährt man am besten die Malta Hochalmstrasse ein kleines Stück (ca. 200m) aufwärts und parkt links am Straßenrand. Die Mautstrasse kann im Winter bis zum Klettergebiet Lackenkopfwand / Blauer Tumpf kostenfrei befahren werden. Hier gibt es nähere Infos zur Wintersperre Malta Hochalmstrasse. Bei frischem Schnee braucht man für die Straße oft Schneeketten und muss auf Eis unter dem Schnee achten!

In etwa 10 Minuten ist man dann bei der Malta Schlucht wo sich folgende zwei Sektoren sowie das Kurs- und Übungs-Eisfeld liegen

  • Obere Fallertümpfe: 10 Routen um WI 4 und M6
  • Übungs-Eisfels: ca. WI 1-3, 50m (bei guten Verhältnissen)
Das Bild zeigt eine der Locations beim Eisklettern MAltatal, die Oberen Fallertümpfe. Über einer winterlichen Schlucht hängen kleine Eisfälle über eine Felswand, das Bachbett ist stark verschneit und vereist.
Der Dry Tooling und Mixed Climbing Bereich bei den Oberen Fallertümpfen bei schlechten Bedingungen. Foto: Maltatal.rocks

Eisklettern Maltatal – Mittleres Maltatal

Der Bereich vom Eisfall „Dreifaltigkeitsfall“ bis zu den Kesselwänden wird gemein hin bei den Eiskletterern als „Mittleres Maltatal“ bezeichnet. Hier sind von den 15 Eisfällen bzw. Dry Tooling und Mixed Sektoren, leider nur mehr 5 kletterbar. Der Rest ist durch das Betretungsverbot nicht mehr zugänglich (siehe unten).

Für die Eisfälle „Dreifaltigkeitsfall“ und „Aluhol“ parkt man in der 2. Kehre der Malta Hochalmstrasse (links beim großen Strommasten). Bitte die Einfahrt zum Fortsweg nicht verstellen! Von dort in ca. 20 Minuten zu den Einstiegen.

  • Aluhol WI 3+ – 4+, 200m
  • Dreifaltigkeitsfall WI 3, 80m

Für den Sektor Columbus fährt man ca. 1km weiter. Etwa 200m nach einer markanten S-Kurve sieht man rechts eine kleine abgeholzte Fläche in Form einer kleinen Aussichtsplattform. Hier fällt das Gelände steil in die Maltaschlucht ab, dort befinden sich die 7 Eisrouten Wi4 – 6+, sowie überdies 1 Mixed Route „Zaunkönig“ M7+.

Das Bild zeigt einen der Sektoren beim Eisklettern Maltatal, das Gebiet Columbus. In eine dunkle Felsschlucht hängen viele Eisfälle hinunter, unten im Bachbett eine offene Wasserstelle. Alles ist umgeben von Wald und in Schnee eingebettet.
Der Sektor Columbus im „schwachen“ Winter 2018/2019; Foto: Maltatal.rocks

Gebietssperre „Kesselwände“

Von 1.12. bis Ende März besteht im Bereich der „Kesselwände“ ein Betretungsverbot für ein „jagdliches Sperrgebiet“. Es ist mit entsprechenden Hinweistafeln ausgewiesen und muss befolgt werden. Die Sperre ist äußerst umstritten und besteht auf einem viel diskutierten Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Spittal a. Dr.

Betroffen sind folgende Eiskletter Routen:

  • Strannerbach Fall WI 3 (linke und rechte Variante)
  • Kathedrale WI 5+
  • PuDi M 7- / WI 6+
  • Gamseck WI 5+
  • Wintasun Wi 4+
  • Kaiser Wilhelms Lernjahre M 6+ / WI 6+
  • Zeit zum Warten M6 / WI 6
  • Schwarzer Engel M7 / WI 7+
  • Superfeucht WI 4+
  • Titanus Nove M8

Seit der Einführung des Betretungsverbotes im Winter 2016/2017 fallen in der Gemeinde Malta im Winter etwa 2.000-4.000 Nächtigungen weg. Neben dem Weggang des „Eis Total“ Festivals und der Abwanderung vieler Eiskletterkurse wird hier ein weiteres Mal der Stellenwert der alpinen Angebote im Tourismus im Maltatal leider ziemlich offensichtlich.

Das Bild zeigt einen der gesperrten Sektoren beim Eisklettern Maltatal, den EIsfall Superfeucht. Eine Eiskletter Seilschaft klettert gerade vom Boden weg. Überall graue Felsen, im rechten Bildbereich sieht man das Eis des Wasserfalles, im Hintergrund eine schneelose Wiese und viel Wald.
Im Bereich „Superfeucht“ kann leider nicht mehr geklettert werden! Foto: Stefan Lieb

Eisklettern Maltatal – Hinteres Maltatal

Ab dem Klettergebiet Lackenkopfwand besteht die Wintersperre der Malta Hochalmstrasse. Alle Eisfälle ab diesem markanten Punkt werden dem „Hinteren Maltatal“ zugeordnet.

In ca. 20 Minuten erreicht man über den Weg links der Lackenkopfwand bzw. dann abstieg zum Blauen Tumpf und einem kurzen Zustieg Richtung talauswärts:

  • Hochalmfall WI 3, 100m

Vom Blauen Tumpf in der Schlucht aufwärts gestiegen liegt der Sektor „Toom Stoned“ mit 4 Routen von WI 4+ und bis M7+

Vom Parkplatz aus durch den Tunnel, dann links hinunter zur Brücke und über den Wanderweg taleinwärts liegen die Eisfälle:

  • Marimpel WI 3, 350m (linker Eisfall)
  • Mareiner WI 3, 350m (rechter EIsfall)

Vom Tunnel aus die Straße einfach 10 Minuten gerade aus und man erreicht folgende drei Eisfälle:

  • Vorderer Maralmfall, Von re. nach li. WI 3 bis WI 5, 60m
  • Mittlerer Maralmfall WI 4+, 200m
  • Hinterer Maralmfall WI 4+, 120m
Das Bild zeigt das Eisklettern Maltatal, einen Eiskletterer im Maaralmfall. Im Bild Vordergrund die breite Eisfront des Wasserfalles, weit oben ein Eiskletterer. An der Felskante dunkle Bäume, darüber blauer Himmel.
Christian Kerschbaumer im Maaralmfall; Foto: Christian Kerschbaumer