Celler Führe 5c – Winkelspitze NW Wand

Die Celler Führe 5c ist die leichteste der langen Alpinrouten in der Winkelspitze Nordwestwand im Lassacher Winkl. Die Route wurde am 16. Juli 1986 von Ronald Kittler und Harald Blazek aus Graz erstbegangen. Alpinhistorisch ist das insoferne interessant, als dass Harald Blazek der Sohn von Otto Blazek ist, einem der Mit-Erstbegeher des Westpfeiler der Hochalmspitze.

Aus heutiger Sicht wurde die Celler Führe mit einem eigenartigen Stil erstbegangen. Mit nur ganz wenigen Friends ausgestattet, startete damals der Vorsteiger mit einem ordentlichen Arsenal an Normalhaken und versenkte diese wo möglich. Der Nachsteiger entfernte dann alle wieder alle Haken, so ging es Seillänge für Seillänge nach oben. In jedem Fall eine beachtliche Leistung, vor allem im Hinblick auf einige lange run-outs im unteren Drittel der Route. Es wurde die Schwierigkeitsbewertung der Erstbegeher übernommen.

Celler Führe 6a
Beim Setzen eines zusätzlichen Standhakens in der 5. SL; Foto: www.maltatal.rocks

Celler Führe 5c – Sanierung bei der Wiederholung

Im Rahmen der Wiederholung im Sommer 2016 wurden von Martin Gumpold und Gerhard Schaar sechs Bohrhaken an neuralgischen Stellen angebracht. Dies ermöglicht die sichere Wiederholung ohne Normalhaken. Denn einerseits wurden jene Stellen permanent abgesichert, an welchen die Erstbegeher ihr Normalhaken Taktik angewandt hatten. Und andererseits wurden bei zwei schlechten Standplätzen je ein Haken zur Verbesserung der natürlichen Placements angebracht. O-Ton Gerhard: „Aus unserer Sicht stellen die ganz wenigen Haken eine signifikante Steigerung der Sicherheit dar, ohne allerdings den alpinen  Charakter der Route nur annähernd zu verändern.“

Celler Führe 6a
Einer der neuralgischen Stellen, die Platten Schlüsselstelle in der 8. SL; Foto: www.maltatal.rocks

Celler Führe 5c – die leichteste der Route an der Winkelspitze Nordwestwand

Ronald Kittler und Harald Blazek ist auch heute noch zu gratulieren, diese Linie durch die unübersichtliche Nordwestwand der Winkelspitze gefunden zu haben. Denn die Schwierigkeiten gehen über 5c (2-3 Stellen im 1. Drittel der Route) nie hinaus. Zudem ist die Route sehr abwechslungsreich, mit Platten, Verschneidungen, Rampen und einem Kamin sowie einem kleinen Dach ganz am Ende. So können sich heute Wiederholer an dieser tollen Alpinroute erfreuen. Aber Achtung! Man kann nicht über die Route abseilen. Denn erstens sind sehr viele, lange Querungen zu bewältigen. Zweitens ist der Fels abseits der Route oft extrem geschlossen. Und drittens kommt man ab ca. der Mitte der Linie nicht mehr auf die Route wenn man abseilen würde.

Celler Führe 5c – Winkelspitz NW Wand

Anmarsch vom Gößspeicher Parkplatz: vom Parkplatz des Gößspeicher (1706 m) auf die Gießener Hütte und über den ÖAV Steig No (Schwarzburger Weg) bis zur Lassacher Winklscharte (2856 m), dann absteigen in den Lassacher Winkl via ÖAV Steig (Celler Weg). Beim Abstieg über den Gletscherrest gleich rechts halten und auf das markante Felsband unter der Wand queren.

Einstieg auf ca. 2.750 m

Im Lassacher Winkl befindet sich als eine Übernachtungs Option die Biwakschachtel (2580 m) der Bergrettung Mallnitz mit 4 Schlafplätzen.

Ausrichtung der Kletterroute: NORD-WEST

Kletterlänge: ca. 300 Hm bzw. 12 Seillängen / 500 Klettermeter

Abstieg: ein kleines Stück über den Detmolder Grat bis zur Lassacher Winklscharte, dann wieder zurück über den Schwarzburger Weg retour zur Gießener Hütte bzw. wieder hinunter in den Lassacher Winkl

Materialempfehlung Zustieg / Abstieg: feste Bergschuhe, Steigeisen;

Materialempfehlung Route: 60m Doppelseil, 12 Expressen, einige Verlängerungsschlingen, 2 Sets Friends (mittlere Größen) und 1 Set kleine Größen sowie 1 Set Keile, zusätzliches Schlingenmaterial;

Gefahrenhinweis: hohe Blitzschlag Gefahr, genügend zu trinken mitnehmen; Abseilen über die Route nicht möglich!

Kartenempfehlung: ÖAV KArte Nr. 44

Detailliertes Topo: Kletterführer Maltatal

Wettercheck: Kletter Webcam Maltatal bzw. Wetter


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